Zurück zur Übersicht 23. September 2026

Beruflicher Erfolg und Einsatz für andere: Hans-Bretschneider-Preis 2026 verliehen

Engagement und Verantwortung prägen den diesjährigen Preisträger

Gute Leistungen verdienen Anerkennung. Besonders dann, wenn sie mit persönlichem Engagement, Verantwortungsbewusstsein und dem Einsatz für andere verbunden sind. Genau diese Verbindung stand im Mittelpunkt der Verleihung des Hans-Bretschneider-Preises 2026 an der BBS Varel. Mit der Auszeichnung würdigte der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband Jade e.V. erneut einen jungen Menschen aus der Jade Wirtschaftsregion, der durch seinen erfolgreichen Bildungsweg und sein gesellschaftliches Engagement überzeugt.

Alle Nominierten und Preisträgerinnen und Preisträger zeigen beispielhaft, was mit Engagement, Ausdauer und der richtigen Unterstützung erreicht werden kann. Ihre Leistungen sind ein starkes Signal für die Attraktivität der beruflichen Bildung und ein positives Beispiel für andere junge Menschen. Sie beweisen, dass die duale Ausbildung hervorragende berufliche Perspektiven eröffnet und einen wichtigen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit unserer Wirtschaft leistet.

Im feierlichen Rahmen an der BBS Varel wurde in diesem Jahr Luca Fynn Jauernig ausgezeichnet. Er hat seine Ausbildung zum Chemikanten bei der damaligen Vynova Wilhelmshaven GmbH und heutigen Westlake Vinnolit GmbH & Co KG. mit Bestnote abgeschlossen und dabei nicht nur fachlich überzeugt, sondern sich auch weit über das übliche Maß hinaus engagiert. Luca Jauernig brachte die Digitalisierung des Schichtplans voran. Er zeigte starke Eigeninitiative und verbesserte damit die Einsatzplanung der Auszubildenden sowie den internen Informationsaustausch. Gleichzeitig wurde Herr Jauernig zum stellvertretenden Vorsitzenden der Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) und arbeitete in dieser Rolle eng mit der Geschäftsführung und dem Betriebsrat zusammen, um die Interessen der Auszubildenden zu vertreten.

Außerdem unterstützt er in einer inklusiven Kampfsportgruppe Menschen mit Beeinträchtigungen dabei, Techniken der Selbstverteidigung zu lernen und mehr Selbstbewusstsein zu entwickeln. Er fördert Teamgeist und gegenseitigen Respekt und zeigt Geduld sowie soziale Verantwortung. Darüber hinaus engagiert er sich in der Ortsgruppe seiner Gewerkschaft und vertritt als Mitglied der Jugend- und Auszubildendenvertretung die Interessen und Anliegen der Auszubildenden in seinem Unternehmen.

Mit seinem Einsatz zeigt Luca Jauernig eindrucksvoll, dass beruflicher Erfolg und gesellschaftliches Engagement Hand in Hand gehen können. Er übernimmt Verantwortung, gestaltet aktiv mit und setzt sich für andere Menschen ein – Eigenschaften, die den Hans-Bretschneider-Preis seit vielen Jahren prägen.

Die Zweitplatzierten
Melina Diekmann schloss eine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement bei der Martin Steinbrecher GmbH in Wittmund mit 82 Punkten ab. Seit November 2025 absolviert sie eine Weiterbildung zur Personalfachkauffrau und engagierte sich früh in Sachen Social Recruiting, um das Unternehmen insbesondere für jungen Menschen sichtbarer zu machen, neue Zielgruppen anzusprechen und das Ausbildungsmarketing weiterzuentwickeln. Nach der Ausbildung wurde Frau Diekmann zur zentralen Ansprechpartnerin im Bereich der Ausbildung bei der Martin Steinbrecher GmbH. Von Beginn an zeichnete sie sich durch ihr außergewöhnliches Engagement, hohe Eigeninitiative und bemerkenswertem Entwicklungspotential aus. Was sie so besonders macht, ist ihre offene und kommunikative Art, mit der sie Viele begeistert.

Carina Langner absolvierte ebenfalls erfolgreich eine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement bei der Martin Steinbrecher GmbH ab. Ein Highlight war dabei der erste Teil der gestreckten Abschlussprüfung: Diese schloss sie als Klassenbeste mit 97% ab. Mit großer Freude und Überzeugung übt Frau Langner diesen Beruf auch nach ihrer Übernahme aus – die Arbeit verbindet ihr Organisationstalent und Interesse an der Arbeit mit Auszubildenden. Mit Engagement und einer hohen Eigenmotivation hat sie sich aktiv in das Ausbildungsleben des Unternehmens eingebracht. Insbesondere bei der Organisation und Umsetzung verschiedener Veranstaltungen für die Auszubildenden hat sie organisatorisches Geschick bewiesen.

Eine bewegte Familiengeschichte und traumatische Erfahrungen in der Schule machten es Katharina Wilken zunächst nicht leicht. Doch dann erkannte sie: Herausforderungen können auch Chancen sein. Mit einer beeindruckenden Resilienz und positiven Schulerfahrungen absolvierte sie dann eine Ausbildung zur Kauffrau im Gesundheitswesen bei der Sanitätshaus Gebauer GmbH. Diese schloss Frau Wilken im Januar mit 81 Punkten und trotz der negativen Vorerfahrungen mit großer Lernbereitschaft ab. „Ich wollte die Person werden, die ich früher selbst gebraucht hätte.“ – Ein schönes Zitat, das zeigt, dass Frau Wilken mit ihrer Ausbildung den richtigen Weg eingeschlagen ist. Mit ihrer Empathie wollte sie Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen zeigen, dass auch die schwierigen Zeiten wieder vorüber gehen.

Panel-Talk: Berufliche Bildung schafft Chancen
Im Rahmen der Preisverleihung lud der Arbeitskreis SCHULEWIRTSCHAFT erneut zu einem Panel-Talk ein. Im Mittelpunkt stand in diesem Jahr die Frage, welche Bedeutung berufliche Bildung für Chancengleichheit und gesellschaftliche Teilhabe hat.

Dabei wurde deutlich: Berufliche Bildung kann ein Schlüssel für Chancengleichheit sein. Die Berufsbildenden Schulen bieten Menschen mit unterschiedlichsten Voraussetzungen die Möglichkeit, ihren Weg zu finden, Talente zu entdecken und berufliche Ziele zu verfolgen. Gerade diese Offenheit macht sie zu einem wichtigen Baustein für mehr Chancengerechtigkeit.

Der Austausch zwischen Gitta Virgin (Schulleiterin der BBS Varel), Juliane Oellrich (Wirtschaftsförderung Varel), Henje Oltmanns (Lehrkraft an der BBS Varel) und Sven Heinen (Lehrkraft an der BBS Varel) zeigte zugleich, dass Berufsbildende Schulen heute weit mehr leisten als die Vermittlung von Fachwissen und die Vorbereitung auf Prüfungen. Sie begleiten junge Menschen in einer wichtigen Lebensphase, fördern persönliche Entwicklung und vermitteln Kompetenzen, die weit über den Berufsalltag hinausreichen. Sie bereiten auf das Leben vor, stärken Eigenverantwortung und unterstützen dabei, den eigenen Platz in Gesellschaft und Arbeitswelt zu finden.

Gleichzeitig leisten die Berufsbildenden Schulen einen bedeutenden Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung der Jade Wirtschaftsregion. Indem sie qualifizierte Fachkräfte ausbilden und junge Menschen für Ausbildungsberufe begeistern, tragen sie wesentlich dazu bei, den Fachkräftebedarf regionaler Unternehmen zu sichern und die Zukunftsfähigkeit der Jade Wirtschaftsregion zu stärken.

Luca Jauernig erhält den diesjährigen Hans-Bretschneider-Preis. Fotos: Rasmus Meyer

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