Jade Wirtschaftsregion bündelt Kräfte für die Zukunft
Gemeinsame Erklärung stärkt maritimen Sicherheits- und Innovationsstandort
Beim traditionellen Parlamentarischen Abend der Jade Wirtschaftsregion kamen in Hannover am Donnerstagabend über 250 Gäste aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft im Alten Rathaus zusammen. Zum siebten Mal nutzten die regionalen Partner die Gelegenheit, die zentralen Zukunftsthemen der Küstenregion in die Landespolitik zu tragen und mit den zahlreichen Mitgliedern des Niedersächsischen Landtags zu vertiefen.
Im Mittelpunkt des Abends standen die Chancen und Herausforderungen einer Region, die sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Standort für Energiewirtschaft, Hafenlogistik und industrielle Entwicklung entwickelt hat. Im Eröffnungsgespräch betonte Wittmunds Landrat Holger Heymann: „Die Jade Wirtschaftsregion ist schon so weit – dahin muss sich die gesamte Bundesrepublik erst noch entwickeln.“ AWV-Präsident Tom Nietiedt unterstrich insbesondere die Bedeutung der Region für die Energiewende. Die vorhandene Infrastruktur und hohe Verfügbarkeit von Energie bieten ideale Voraussetzungen für die Ansiedlung energieintensiver Unternehmen und die Nutzung überschüssiger Energiemengen.
Auch der JadeWeserPort nimmt dabei eine zentrale Rolle ein und ist mehr als ein Ausweichhafen. Denn mit seinen kurzen Seewegen, seinem hohen Digitalisierungsgrad und seiner Tideunabhängigkeit verfügt er über einzigartige Möglichkeiten. Gleichzeitig bringen auch der Tourismus und die Verteidigungs- und Sicherheitswirtschaft große Wertschöpfung in die Region.
Im anschließenden landespolitischen Dialog diskutierte Moderator Christian Wilhelm Link diese Themen mit Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies. Dabei bestätigte auch er die Rolle der Jade Wirtschaftsregion als wichtigen Energiestandort: „Dank guter Infrastruktur und großer Flächenpotentiale ist die Region ist das Tor zur Welt und zur Energie.“ Auch die Chance einer Ansiedlung leistungsfähiger Rechenzentren wurde thematisiert. Olaf Lies machte deutlich, dass Rechenzentren dort entstehen müssen, wo die Voraussetzungen in Sachen Flächen, Anbindung und Energieverfügbarkeit gut sind. „Die Investoren, die Interesse haben, wollen wir gewinnen“, so Lies.
Den Höhepunkt des Abends bildete die Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung zur Stärkung des maritimen Sicherheits- und Innovationsstandorts Jade Wirtschaftsregion. Mit der Vereinbarung bekennen sich die Partner dazu, die besonderen Stärken der Region künftig noch enger miteinander zu verknüpfen und daraus neue wirtschaftliche Perspektiven zu entwickeln.
Im Mittelpunkt steht dabei das Ziel, die einzigartige Kombination aus Deutschlands größter Bundeswehrregion mit Marine, Marinearsenal sowie den Standorten der Luftwaffe in Upjever und Wittmund, dem JadeWeserPort, dem ENERGY HUB Port of Wilhelmshaven und der Jade Hochschule zu einer gemeinsamen Sicherheits-, Innovations- und Wertschöpfungsstrategie weiterzuentwickeln.
Geplant ist unter anderem die Stärkung der Jade Hochschule sowie der Aufbau eines maritimen Sicherheits- und Innovationscampus auf Grundlage der vorgesehenen Landesinvestition in Höhe von 25 Millionen Euro.
Darüber hinaus soll mit dem „Wehrcluster Jade“ ein regionaler Unternehmens- und Projektverbund entstehen, der die Bedarfe von Marine und Bundeswehr mit den Kompetenzen der regionalen Wirtschaft zusammenführt. Ein weiterer Schwerpunkt der Erklärung ist die stärkere Einbindung der Jade Wirtschaftsregion in eine norddeutsche maritime Innovationsarchitektur. Dazu soll die Region als komplementärer Marinearsenalstandort und möglicher Satellit eines geplanten Innovationszentrums der Bundeswehr für maritime Systeme positioniert werden.
Mit der Unterzeichnung setzten die Beteiligten ein deutliches Signal: Die Jade Wirtschaftsregion versteht sich nicht nur als zentraler Energie- und Logistikstandort, sondern zunehmend auch als bedeutender Akteur für maritime Sicherheit, Innovation und technologische Entwicklung in Norddeutschland.
Eines steht fest: Auch im nächsten Jahr wird sich die Jade Wirtschaftsregion wieder in Hannover präsentieren.
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