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29. Juli 2026
Arbeitsrecht kompakt: Betriebsferien – rechtssicher planen
Unter welchen Voraussetzungen sind Betriebsferien zulässig?
§ 7 des Bundesurlaubsgesetzes weist darauf hin, dass bei der zeitlichen Festlegung des Urlaubs die Wünsche der Arbeitnehmenden zu berücksichtigen sind. Es sei denn, „dringende betriebliche Belange“ stehen dem gegenüber. Gründe für Betriebsurlaub, die das Gesetz als gerechtfertigt sieht, sind z.B. eine niedrige Auftragslage in einem vorhersehbaren oder immer wiederkehrenden Zeitraum, Umbauarbeiten im Betrieb oder der Betriebsurlaub des einzigen Kunden.
Was gilt es zu beachten?
Kurzfristige Anordnungen eines Betriebsurlaubs sind nicht zulässig – den Beschäftigten muss genügend Zeit zur Planung eingeräumt werden. Wird der Betriebsurlaub bekannt gegeben, nachdem Mitarbeitende ihren Urlaub bereits verplant haben, muss der Arbeitgebende diese Mitarbeitenden während des Betriebsurlaubs bezahlen oder sie während dieser Zeit doch beschäftigen.
Wie viel Betriebsurlaub darf maximal vorgeschrieben werden?
Es ist nicht gesetzlich vorgegeben, wie lange der Betriebsurlaub dauern darf. Die Arbeitnehmenden sollten aber die Möglichkeit haben, über einen Teil ihres Urlaubs selbst zu bestimmen. Dies geht aus diversen Urteilen des Bundesarbeitsgerichts (BAG) hervor. Als Richtwert gilt, dass der angeordnete Betriebsurlaub nicht mehr als 60 Prozent des Jahresurlaubs ausmachen sollte.
Welche Rolle spielt der Betriebsrat?
Gibt es einen Betriebsrat, hat dieser gemäß § 87 Abs. 1 Nr. 5 BetrVG ein Mitbestimmungsrecht bei der Einführung von Betriebsferien. Er kann auch entscheiden, ob der gesamte Betrieb oder nur gewisse Abteilungen Betriebsferien nehmen müssen oder nicht. Unternehmen sollten ihn daher frühzeitig in die Planungen einbeziehen.
Was gilt, wenn die Anordnung von Betriebsferien rechtswidrig ist?
Wer als Unternehmen zu kurzfristig oder zu Unrecht Betriebsferien anordnet, riskiert, in Annahmeverzug zu kommen. Die Folge: Die Tage des unzulässigen Zwangsurlaubs dürfen nicht vom Urlaubskonto der Mitarbeitenden
abgezogen werden, sondern bleiben diesen für andere Zeiten erhalten.