Zurück zur Übersicht 17. Dezember 2019

Pressespiegel: NordWestBahn Krisengipfel

Druck auf NordWestBahn steigt

Kommunen und Wirtschaft wollen Zugausfälle nicht mehr hinnehmen

WILHELMSHAVEN. Das Maß ist voll. Wirtschaft und Kommunen in Wilhelmshaven, Friesland und Wittmund sind es leid, die Unzuverlässigkeit der NordWestBahn (NWB) bei der Organisation des schienengebundenen Nahverkehrs hinzunehmen. Unterstützt von Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) kündigten Wilhelmshavens Oberbürgermeister Carsten Feist, Frieslands Landrat Sven Ambrosy und der Präsident des Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbandes Jade (AWV), Tom Nietiedt, gestern Konsequenzen für den Fall an, dass die NWB bis Ende des ersten Quartals 2020 ihren Mangel an Triebwagenführern nicht in den Griff bekommt.

Die Lage sei „absolut unbefriedigend“. Immer wieder fallen auf den Bahnstrecken Oldenburg-Wilhelmshaven und Sande-Esens kurzfristig Verbindungen aus – und zwar deutlich häufiger als in anderen NWB-Regionen. „Das muss sofort enden“, forderten Feist und Ambrosy. Unter den unzuverlässigen Verbindungen würden Touristen, Berufspendler und Arbeitgeber bis hin zur Bundeswehr massiv leiden.

Wilhelmshavener Zeitung 12.12.2019 von Gerd Abeldt

 

Krisengipfel rügt die Nordwest-Bahn

SCHIENENVERKEHR – Region Friesland/Wilhelmshaven/Wittmund fordert Kurswechsel

Die Wirtschaftsvertreter Nietiedt und Strauß verwiesen darauf, dass die Nordwest-Bahn ihre Kosten nicht solide geplant habe, um den Zuschlag für den lukrativen Auftrag zu bekommen. Nietiedt: „Hier ist die Unzuverlässigkeit zum Geschäftsprinzip geworden.“

Sollte es der Nordwest-Bahn nicht gelingen, innerhalb der nächsten Monate einen Kurswechsel vorzunehmen und die mehrfach gegebenen Zusagen auch einzuhalten, drohen nachhaltige Folgen. So könnte es beispielsweise sein, dass die Muttergesellschaft Transdev von künftigen Ausschreibungen ausgeschlossen werde, weil sie keine Zuverlässigkeit ihrer Angebote garantieren könne. Da die bisher ausgesprochenen finanziellen Strafen offenbar nicht ausreichten, müsse dann eben über die Höchststrafe nachgedacht werden, erklärten die Vertreter der Region.

Neben der unzuverlässigen Versorgung durch die Nordwest-Bahn sieht man in der Region Friesland/Wilhelmshaven/Wittmund aber auch die mangelhafte Anbindung an den Fernverkehr der Deutschen Bahn als kritisch an. Lies und seine Gesprächspartner forderten nachdrücklich, dass nach der von der Bahn versprochenen Elektrifizierung der Strecke Oldenburg-Wilhelmshaven eine IC-Anbindung an Wilhelmshaven nötig sei.

NordWestZeitung 13.12.2019 von Jürgen Westerhoff

 

Nach Kritik an Nordwestbahn: Verträge stehen auf der Kippe

Wilhelmshaven (dpa/lni) – Nach massiven Problemen beim Zugverkehr zwischen Oldenburg und Wilhelmshaven bekommt die Nordwestbahn Druck aus der Region. Ohne schnelle Verbesserungen im Bahnbetrieb stünden die Verträge mit dem Unternehmen auf der Kippe, hieß es am Mittwoch in Wilhelmshaven bei einem Krisengipfel. Daran hatten Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) und Kommunalvertreter teilgenommen. Sie erwarten bis Ende März deutliche Verbesserungen und drohen sonst mit einer zweiten Abmahnung an den Konzern Transdev.

Die Kritik an der Nordwestbahn häuft sich seit zwei Jahren nach Verspätungen und Zugausfällen. Fehlendes Personal hatte auch für Probleme auf anderen Strecken des Unternehmens geführt, die Linien zwischen Wilhelmshaven und Osnabrück sowie zwischen Bremen und Oldenburg betreibt. Nach einem Protest von Bürgermeistern und Landräten hatte der Betreiber Besserung gelobt. Erst im September hatte auch die Bremer Landesregierung bei einem Krisengespräch mit der Nordwestbahn Verbesserungen gefordert. Besonders schlecht war die Lage der Regio-S-Bahn nach Bremen-Nord.

Die Welt (Online) 11.12.2019

 

Bahn rollt nicht – jetzt reicht’s

KRISENGIPFEL – Verträge mit Nordwestbahn stehen auf der Kippe – Zugausfälle: Das Maß ist voll

Minister Lies, Frieslands Landrat Sven Ambrosy, Wilhelmshavens Oberbürgermeister Carsten Feist und Tom Nietiedt, Präsident des Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbands Jade, wollen die häufigen Zugausfälle und unzuverlässige Ersatzverkehre nicht länger akzeptieren.

Die drei Kernforderungen dieses Bahngipfels: Die Nordwestbahn soll endlich für einen verlässlichen Schienennahverkehr sorgen und damit ihre Zusagen einhalten. Andernfalls müsse die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) als Auftraggeberin alle rechtlichen Möglichkeiten — bis hin zum Entzug des Auftrags — ergreifen.

Zudem müsse die Bahninfrastruktur so schnell wie möglich ausgebaut und die Region in den Deutschland-Takt eingebunden werden. Die Landkreise Wittmund und Friesland sowie die Stadt Wilhelmshaven wollen mit einem eigenen Fachgutachten beweisen, „dass wir in diesen Takt passen“. Im ersten Schritt ist jetzt allerdings die Nordwestbahn gefordert, ausreichend Lokführer auszubilden und die Regionallinien zuverlässig zu bedienen.

Jeversches Wochenblatt 13.12.2019 von Klaus-Dieter Heimann

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