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26. August 2026
Prof. Dr. Juliane Benra verabschiedet sich aus dem Präsidium der Jade Hochschule
Rückblick auf fast drei Jahrzehnte als Professorin und Vizepräsidentin
Wenn Prof. Dr. Juliane Benra auf ihre Zeit als Vizepräsidentin der Jade Hochschule zurückblickt, denkt sie vor allem an die vielen Begegnungen. Gäste aus aller Welt zu empfangen, andere Kulturen kennenzulernen und über Abteilungsgrenzen hinweg mit Menschen zusammenzuarbeiten, hat sie besonders geschätzt. Nach fünf Jahren im Präsidium wird sie bei der kommenden Wahl nicht erneut für das Amt kandidieren. Der Ruhestand rückt näher und damit der Abschied von einer Hochschule, die sie über Jahrzehnte mitgestaltet hat.
„Den Austausch mit den Menschen werde ich sicherlich vermissen“, sagt Benra. Gleichzeitig habe ihr die Arbeit im Präsidium neue Einblicke ermöglicht. Ihr Anliegen sei dabei stets gewesen, über Abteilungsgrenzen hinweg konstruktive Abstimmungsprozesse zu finden.
Seit September 2020 ist Benra Vizepräsidentin für Internationales, Digitalisierung und Mediensysteme. Besonders wichtig sind ihr rückblickend die Digitalisierungsstrategie und die Sprachenpolitik, deren Entwicklung sie erfolgreich begleiten konnte. Auch Projekte wie das Jade Kolleg, das digitale Angebot der Hochschulbibliothek, das Informationssicherheitsmanagement und die Einführung des Intranets gehören zu den Entwicklungen, die ihre Amtszeit geprägt haben.
Gerade im Bereich Internationales zeigte sich, wie wichtig ihre Erfahrung aus unterschiedlichen beruflichen Welten war. Benra studierte Mathematik in Saarbrücken und Hannover und arbeitete anschließend als Projektleiterin und Software-Ingenieurin in der Industrie, unter anderem bei Philips. Berufsbegleitend promovierte sie an der Universität Oldenburg in der Informatik. Ihre internationale Industrieerfahrung brachte sie später auch in ihre Hochschularbeit ein: Sie leitete internationale, EU-geförderte Forschungsprojekte, unter anderem im Bereich regionaler Infrastruktur.
Die Corona-Pandemie stellte die internationale Zusammenarbeit vor große Herausforderungen. Studierende mussten kurzfristig zurückgeholt oder bei der Heimreise unterstützt werden. Hinzu kamen praktische Probleme, wenn etwa Impfungen aus anderen Ländern in der Europäischen Union nicht anerkannt wurden.
Für Präsident Prof. Dr. Manfred Weisensee hat Benra die Entwicklung der Hochschule in wichtigen Bereichen entscheidend mitgeprägt. „Juliane Benra hat in den vergangenen Jahren viele Veränderungen und Herausforderungen begleitet. Die Corona-Pandemie und ihre Spätfolgen haben gerade Internationalisierung und Digitalisierung gefordert. Gleichzeitig hat die Entwicklung von KI seit dem Aufkommen von ChatGPT eine neue Dynamik bekommen. Für ihre engagierte und verlässliche Arbeit in diesen Jahren danke ich ihr sehr herzlich“, sagt Weisensee.
Benras Weg an die Hochschule begann bereits lange vor ihrer Zeit im Präsidium. 1997 wurde die gebürtige Ludwigshafenerin an die Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven, der Vorgängerinstitution der Jade Hochschule, berufen. Als Informatikerin erlebte Benra früh, was es bedeutet, als Frau in einem MINT-Beruf zu arbeiten. Sie war die erste Frau im damaligen Fachbereich Elektrotechnik. Gemeinsam mit anderen Kolleginnen setzte sie sich für Gleichberechtigung und Gleichbehandlung ein und gründete einen Professorinnen-Stammtisch.
Neben ihrer Professur übernahm Benra zahlreiche weitere Aufgaben: Sie war Studiendekanin, Forschungsdekanin, Datenschutzbeauftragte und Projektleiterin, engagierte sich im Senat und im Fachbereichsrat des Fachbereichs Ingenieurwissenschaften. Bei all diesen Aufgaben blieb für sie eines besonders wichtig: das Unterrichten. „Als Professorin hat mir das Lehren besonders viel Freude bereitet“, sagt Benra. Besonders in Erinnerung bleiben ihr die Studierenden selbst. Zu sehen, wie sie im Laufe ihres Studiums an Selbstvertrauen gewinnen und ihren eigenen Weg finden, habe ihr immer große Freude bereitet.