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25. September 2026
Tarifverhandlungen M+E-Industrie: NORDMETALL weist IG-Metall-Forderung zurück
Die IG Metall Küste hat heute vor dem Haus der Wirtschaft in Hamburg NORDMETALL ihre Forderungen für die anstehende Tarifrunde übergeben.
„Wir und die IG Metall wissen: Unserem Industriestandort läuft die Zeit davon, um Produktion und Arbeitsplätze zu sichern. Bei Steuern und Bürokratie sind uns die Hände gebunden. Aber bei den Arbeitskosten können wir handeln – und hier fordert die Gewerkschaft schlicht zu viel. Sie ignoriert die Not vieler Betriebe der Metall- und Elektroindustrie.“ So kommentierte Dr. Peter Schlaffke, stellvertretender Hauptgeschäftsführer von NORDMETALL, heute die Forderung der IG Metall Küste. Zuvor hatte ihm die Gewerkschaft vor dem Haus der Wirtschaft in Hamburg ihre Liste überreicht: fünf Prozent mehr Entgelt für zwölf Monate, eine Gewinnbeteiligung, Beschäftigungssicherung und eine soziale Komponente für untere Entgeltgruppen und Azubis.
Schlaffke wies die Vertreter der Gewerkschaft auf den massiven Druck hin, unter dem die Metall- und Elektroindustrie steht. Die Kapazitätsauslastung liegt deutschlandweit bei nur 83 Prozent, neun von zehn Betrieben können Kostensteigerungen nicht oder nur teilweise weitergeben. Jedes vierte Unternehmen erwägt Produktionsverlagerungen ins Ausland und seit 2019 sind in der Branche bereits 350.000 Arbeitsplätze verloren gegangen.
Schlaffke betonte weiter, dass NORDMETALL eine tarifliche Gewinnbeteiligung grundsätzlich ablehnt. Profitable Unternehmen dürften nicht bestraft werden. „Wer Erfolg bestraft, gefährdet den Flächentarifvertrag“, so sein Urteil. Auch die soziale Komponente verteuere die Produktion und treibe so die Firmen weiter ins Ausland. Schlaffke schlug stattdessen vor, gemeinsam auf eine Senkung der Sozialversicherungsbeiträge hinzuwirken.
„Wir suchen eine faire Lösung“, erklärte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer zum Abschluss. „Unser Ziel ist klar: Kosten runter, damit die Industrie in Deutschland noch eine Zukunft hat.“ Zum Abschluss überreichte Schlaffke der IG Metall eine Sanduhr. Die Botschaft: Für unseren Industriestandort läuft die Zeit ab.
Dr. Peter Schlaffe, NORDMETALL (r.) überreicht Daniel Friedrich, IG Metall Küste, (l.) nach der Übergabe der Forderung eine Sanduhr als Symbol dafür, dass dem Industriestandort die Zeit abläuft. Foto: NORDMETALL