Gesundheitsversorgung als wichtiger Baustein, um die Region als attraktiven Wirtschaftsstandort weiterzuentwickeln
Die Jade Wirtschaftsregion präsentierte sich am Donnerstagabend in Hannover zum fünften Mal als starker Wirtschaftsstandort vor rund 200 Gästen. In der Landeshauptstadt begrüßten die Partner der Jade Wirtschaftsregion Vertreter:innen aus Politik und Wirtschaft zum Dialog. Der Einladung in das Alte Rathaus folgten zudem zahlreiche Landtagsabgeordnete sowie auch Vertreter:innen der Verwaltung. Der Niedersächsische Minister für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung Dr. Andreas Philippi lobte, was die Region in den letzten Jahren erreicht hat. „Vor allem in den Bereichen Logistik und Energie wurden die Ärmel hochgekrempelt und viele Projekte, wie das LNG-Terminal erfolgreich umgesetzt“, so Dr. Andreas Philippi.
Die Botschaften des Abends waren klar: Die Jade Wirtschaftsregion steht für hohe Lebensqualität, Chancenvielfalt und Aufbruchstimmung. Handlungsbedarf gibt es jedoch noch in den Bereichen Gesundheitsversorgung, Infrastruktur und Mobilität, klare Entscheidungsstrukturen sowie Entbürokratisierung. Doch Wilhelmshavens Oberbürgermeister Carsten Feist machte in seinen Grußworten zu Beginn deutlich: „Krisen kann man auch herbeireden, muss man aber nicht. Lassen Sie uns über Chancen und Visionen reden.“
In der von UIrich Hagemeier moderierten Podiumsdiskussion zur Rolle der Gesundheitsversorgung in der Fachkräftegewinnung diskutierten der Niedersächsische Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi Sven Ambrosy (Landrat des Landkreises Friesland), Tom Nietiedt (Präsident des Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbandes Jade e.V.) sowie Dr. Ines Aumann-Suslin (Professorin für Pflege- und Gesundheitsmanagement an der Jade Hochschule), zu den aktuellen Herausforderungen in diesem Bereich. „Die Fachkräftesicherung ist eine der größten Aufgaben, denn ohne die helfenden Hände kommen nicht aus. Aufgrund des demographischen Wandels müssen wir effizienter werden, denn Arbeitskraft allein wird das Problem nicht lösen“, sagte Dr. Andreas Philippi.
Im Zuge der Krankenhausreform müssen nicht die zentralen Stellen verbessert werden, sondern der ländliche Raum muss gestärkt werden. Dr. Ines Aumann-Suslin betonte: „Die Städte haben es einfacher, sich zu zentralisieren. Eine solche Zentralisierung ist für die Pflegekräfte deutlich attraktiver. Doch im ersten Schritt braucht es Mut, um zusammenzuarbeiten.“ Dr. Andreas Philippi lobte die gute Zusammenarbeit in Niedersachsen und weiß: „Wir haben alle das gleiche Ziel.“ Sven Ambrosy machte deutlich, dass man für eine Entscheidung Mehrheiten braucht: „Daher sollten wir am Anfang der Diskussion nicht das Ergebnis vorgeben, sondern ergebnisoffen diskutieren. Vielleicht brauchen wir auch hybride Lösungen.“
Darüber hinaus wurde auch betont wie wichtig eine flächendeckende Gesundheitsversorgung in der Region ist, wenn man Arbeits- und Fachkräfte halten möchte. „Gesundheitsversorgung ist eine der Säulen einer stabilen Wirtschaft und wir als Arbeitgeber zahlen einen signifikanten Anteil der Sozialversicherungsbeiträge. Doch diese sollten auch effizient eingesetzt werden“, fordert AWV-Präsident Tom Nietiedt.
Abschließend betonten Holger Heymann, Landrat des Landkreises Wittmund und Stephan Siefken, Landrat des Landkreises Wesermarsch, in einer Schlussrunde die besondere Rolle der Region in der Energiewirtschaft sowie den stockenden Ausbau der Infrastruktur. „Infrastruktur, zum Beispiel in Form der A20, ist ein wichtiger Standortfaktor. Doch um den Ausbau voranzutreiben, brauchen wir schnellere Genehmigungsverfahren und Entbürokratisierung“, so Stephan Siefken. Holger Heymann ergänzt: „Bei uns ist die Energiewende vor Ort sichtbar, die ganze Region ist im Wandel und daher brauchen wir eine finanzielle Kompensation für die Bevölkerung.“
Im Anschluss an die Podiumsdiskussion konnten die Gäste bei einem Buffett Kontakte knüpfen und sich austauschen. Eines steht fest: Auch im nächsten Jahr wird sich die Jade Wirtschaftsregion wieder in Hannover präsentieren.
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