Zurück zur Übersicht 15. Januar 2026

Eine strategische Entscheidung für Wirtschaft und Beschäftigung

Position des Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbandes Jade e.V. zum B-Plan-Verfahren 225 (Voslapper Groden Nord)

Als Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband Jade e.V. (AWV) stehen wir seit unserer Gründung im Jahr 1919 für die Interessen der Wirtschaft in den Gebietskörperschaften der Stadt Wilhelmshaven und den Landkreisen Friesland und Wittmund – der Jade Wirtschaftsregion ein. Gemeinsam mit den partnerschaftlich verbundenen Verbänden der Metall- und Elektroindustrie Nordmetall sowie AGV Nord repräsentieren wir mehr als 420 Mitgliedsunternehmen, die für rund 50.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse stehen. Die langfristige Sicherung von Beschäftigung, Wertschöpfung und Investitionsfähigkeit in der Region ist dabei ein zentrales Anliegen unserer Arbeit.

Vor diesem Hintergrund unterstützen wir die Entwicklung des Voslapper Groden-Nord. Sie ist die notwendige Voraussetzung dafür, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Wilhelmshaven auch zukünftig zu erhalten, neue Investitionen zu ermöglichen und bestehende industrielle und infrastrukturelle Funktionen langfristig abzusichern. Es handelt sich daher nicht um eine Einzelmaßnahme der Stadtplanung, sondern um eine strategische Entscheidung über die zukünftige Rolle und Entwicklung des Standortes im regionalen, nationalen und internationalen Kontext.

„Deutschland befindet sich in einem tiefgreifenden Transformationsprozess. Fragen der Energieversorgung, der industriellen Wertschöpfung, der wirtschaftlichen Stabilität sowie der inneren und äußeren Sicherheit sind zunehmend miteinander verknüpft. Die Umsetzung entsprechender Lösungen erfolgt nicht abstrakt, sondern an konkreten Standorten mit geeigneten infrastrukturellen Voraussetzungen, wie hier in Wilhelmshaven und unserer Jade Wirtschaftsregion“, sagt AWV-Vizepräsident Maximilian von Wedel.

Als Energie- und Logistikdrehscheibe, als sicherheitsrelevanter Standort und als industrieller Anker im Nordwesten nimmt Wilhelmshaven eine herausgehobene Stellung ein. „Die Stadt ist bereits heute Teil der kritischen Infrastruktur dieses Landes. Energie kommt hier an, Sicherheit wird hier gewährleistet und Versorgung wird hier organisiert. Investitionsentscheidungen sind dabei auf verlässliche Rahmenbedingungen, Flächenverfügbarkeit und Planungssicherheit angewiesen. Verzögerungen oder Verlagerungen schwächen den Standort nachhaltig“, so AWV-Präsident Tom Nietiedt.

Die Entwicklung der Grodenflächen ist vor diesem Hintergrund eine Voraussetzung für die langfristige wirtschaftliche Perspektive der Stadt. Sie dient nicht einzelnen Unternehmen, sondern schafft die planerische Grundlage für Ansiedlungen, Wertschöpfung, Beschäftigung und industrielle Entwicklung. Ohne verfügbare und zusammenhängende Flächen sind diese Perspektiven für zukünftige Generationen nicht realisierbar.

Dabei ist anzuerkennen, dass die Entwicklung in bestehende Natur- und Landschaftsräume eingreift. Daher erfordern die damit verbundenen Eingriffe in Natur und Landschaft eine sorgfältige, rechtlich geprüfte Abwägung, umfangreiche Ausgleichsmaßnahmen sowie eine langfristige ökologische Begleitung. Ziel ist es, wirtschaftliche Entwicklung und Naturschutz miteinander zu verbinden.

„Für die Jade Wirtschaftsregion bedeutet diese Entscheidung konkrete Beschäftigungs- und Ausbildungsperspektiven, kommunale Einnahmen sowie eine langfristige Sicherung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit“, bekräftigt AWV-Vizepräsident Thomas Bruns. Damit geht es auch um die langfristige Attraktivität des Standortes als Wohn- und Arbeitsort. Gleichzeitig bedeutet sie die Gewissheit, dass diese Stadt nicht nur Zuschauer ist, sondern Gestalter. Aus Sicht der Wirtschaft ist ein weiteres Zuwarten mit erheblichen Risiken verbunden, da notwendige Entwicklungen andernorts realisiert würden.

Eine Vertagung wirkt auf den ersten Blick wie ein pragmatischer Ausweg. Sie verschiebt aber die Verantwortung in die Zukunft, während alle Beteiligten im Unklaren bleiben. Ohne einen klaren Beschluss des Rats der Stadt Wilhelmshaven kann weder verlässlich geplant noch seriös kalkuliert werden. Projekte verzögern sich, Investitionen werden zurückgehalten, und Partner verlieren das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit.

Als Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband Jade e.V. sprechen wir uns daher für eine sachliche, verantwortungsvolle und zukunftsorientierte Entscheidung zur Entwicklung der Grodenflächen aus.
Wilhelmshaven verfügt über die Voraussetzungen und die Erfahrung, diese Verantwortung wahrzunehmen und aktiv zu gestalten.

Luftaufnahme des Voslapper Grodens Nord (Foto: RaBoe/Wikipedia CC BY-SA 3.0 DE)

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