Zurück zur Übersicht 10. Juni 2022

Bilanzpressekonferenz: SPAR+BAU mit Rekordergebnis

Angesichts des besten Jahresabschlusses in der Unternehmensgeschichte hatte man bei der Bilanzpressekonferenz in den Gesichtern der Vorstände der SPAR + BAU, Dieter Wohler und Peter Krupinski, eigentlich ein durchgängiges Lächeln erwartet. Aufgrund des Krieges in der Ukraine, dessen
Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und den sich stetig verschärften Rahmenbedingungen in der Wohnungswirtschaft waren aber auch deutliche Sorgenfalten zu sehen.

Jahresergebnis nochmals gesteigert

Die SPAR + BAU konnte im Geschäftsjahr 2021 an die wirtschaftlichen Erfolge der Vorjahre anknüpfen, der Jahresüberschuss erreichte mit knapp 4,5 Mio. € (Vorjahr: rd. 3,9 Mio. €) ein neues Rekordhoch. Mit Zustimmung des Aufsichtsrates und der Vertreterversammlung sollen rd. 4,1 Mio. € den Rücklagen zugeführt werden, um eine nachhaltige Bestandsbewirtschaftung auch zukünftig sicherstellen zu können.

Auch die Anzahl der Genossenschaftsmitglieder wurde nochmals gesteigert. 9.826 (Vorjahr: 9.618) kleine und große SPAR + BAU’ler konnte die Genossenschaft zum 31.12.2021 als Mitglieder verzeichnen. Den Zuwachs im mittlerweile 19. Jahr in Folge führen Dieter Wohler und Peter Krupinski auf das genossenschaftliche Geschäftsmodell mit einer hohen Verbundenheit der Mitglieder zu „ihrer“ SPAR + BAU und das Interesse an den Neubauprojekten, insbesondere der Wiesbadenbrücke, zurück.
Durch die ambitionierten Neubautätigkeiten wuchs die Bilanzsumme um rd. 22,3 Mio. € auf 171,7 Mio. € (Vorjahr 149,4 Mio. €) an.

Vertreterversammlung

Aufgrund der Corona-Pandemie wurde die Vertreterversammlung der SPAR + BAU in den vergangenen zwei Jahren im schriftlichen Umlaufverfahren durchgeführt. Hierdurch konnten die notwendigen Beschlüsse regulär im ersten Halbjahr herbeigeführt und eine pünktliche Dividendenzahlung gewährleistet werden. Das persönliche Gespräch mit den Vertreterinnen und Vertretern blieb dabei aber leider auf der Strecke. Umso mehr freuen sich Dieter Wohler und Peter Krupinski, dass die Vertreterversammlung 2022 Ende Juni wieder als Präsenzveranstaltung durchgeführt werden kann.

Modernisierung und Neubauprojekte

Die Modernisierungsarbeiten im Karree Grenzstraße, Paul-Hug-Straße und Kieler Straße sind 2021 planmäßig vorangeschritten. Im Herbst 2021 konnten sich bereits 32 Mieter über neue großzügige Vorstellbalkone freuen. Aktuell laufen die Arbeiten zur Neugestaltung des Innenhofs auf Hochtouren. Die Fertigstellung ist für den Sommer 2022 geplant.

Der ursprünglich für das Frühjahr 2021 geplante Baubeginn für das Mehrfamilienhaus in der Paul-Hug-Straße 8 musste aufgrund extrem schwankender Preise für Baumaterialien verschoben werden. Aktuell wird geprüft, ob der Bauauftrag im Sommer 2022 zu wirtschaftlich vertretbaren Konditionen vergeben werden kann. Große Fortschritte hat das größte Neubauprojekt der Unternehmensgeschichte gemacht, auch wenn sich die Gesamtfertigstellung aufgrund gestörter Lieferketten und daraus resultierenden Materialengpässen etwas verzögert. Der 1. Bauabschnitt des Neubauvorhabens Wiesbadenbrücke mit 136 attraktiven Mietwohnungen ist größtenteils bezugsfertig hergestellt. Bereits Mitte April 2022 haben die ersten Mieter ihre Wohnungen mit Wasserblick bezogen. Über die Vollvermietung des 1. Bauabschnitts konnte sich das Team der SPAR + BAU schon zu Jahresbeginn freuen. Die Fertigstellung des 2. Bauabschnitts mit 101 Wohnungen ist für den Sommer 2023 geplant. Ab Herbst 2022 erfolgt hier der Abschluss der Mietverträge. Auf der Website 360.wiesbadenbruecke.de (ohne www.) können Interessierte das neue Wohnquartier bereits heute in 3D erleben.

Bestandsbewirtschaftung

Besonders am Herzen liegt Dieter Wohler und Peter Krupinski die nachhaltige Bewirtschaftung des Wohnungsbestandes. Über 8 Mio. € wurden im Geschäftsjahr 2021 in diesem Bereich investiert. Bis 2026 sollen die jährlichen Investitionen in den Bestand auf über 9,5 Mio. € erhöht werden. Dass die Strategie von zielgerichteter Portfolioerweiterung und nachhaltiger Bestandsbewirtschaftung aufgeht, belegt die
äußerst niedrige (vermietungsbedingte) Leerstandsquote in Höhe von 0,06 %. Lediglich 2 der 3.475 Mietwohnungen waren zum Stichtag 31.12.2021 nicht vermietet.

Verschärfte Rahmenbedingungen

Die Bilanzpressekonferenz nutzte der Vorstand der SPAR + BAU auch, um auf die sich ständig verschärfenden Rahmenbedingungen für die Wohnungswirtschaft hinzuweisen. Der Krieg mitten in Europa wirkt sich massiv auf die Wirtschaft aus, die aufgrund der Folgen der Corona-Pandemie ohnehin stark unter Druck steht. Hierzu tragen auch die rasant steigenden Energiekosten bei. Nachdem sich der Gaspreis Anfang des Jahres bereits um mehr als 80 % erhöht hatte, wurde diese Entwicklung durch den Kriegsausbruch noch einmal massiv beschleunigt. Die stark gestiegenen Energiepreise sind im Alltag deutlich spürbar. Nicht zuletzt die Preistafeln an den Tankstellen verdeutlichen die aktuelle Entwicklung. Gestörte Lieferketten und der Preisanstieg bei Rohstoffen führen nicht nur dazu, dass in der Automobilbranche teilweise die „Bänder stillstehen“, sondern auch zu Materialknappheiten auf den
Baustellen. All das macht natürlich auch das Wohnen teurer und wird sich auch in den Betriebs- und Heizkostenabrechnungen widerspiegeln.

Vor massive Herausforderungen stellt die Wohnungswirtschaft auch der Green-Deal der EU und die politische Vorgabe der Bundesregierung, den Immobilienbestand bis 2045 klimaneutral zu gestalten. Während im Neubau vergleichsweise einfach energiesparende Maßnahmen umgesetzt werden können, gleicht die energetische Sanierung der Bestandsgebäude einer Herkulesaufgabe. Nach Schätzungen der ARGE für zeitgemäßes Bauen e.V. müssten allein für die energetische Modernisierung (Effizienzhaus 115) gut der Hälfte des Wohnungsbestandes bundesweit mehr als 3,6 Billionen € investiert werden. Heruntergebrochen auf Wilhelmshaven bedeutet dies Investitionen von 3,7 Mrd. € bis 2045. Eine Klimaneutralität der Bestandsgebäude kann allerdings selbst bei diesem gigantischen Investitionsvolumen noch nicht erreicht werden.

Die Wohnungswirtschaft sieht sich darüber hinaus durch die Einführung der CO2-Steuer, das Telekommunikationsmodernisierungsgesetz, die Novelle der Heizkostenverordnung, die Diskussion über die Umlagefähigkeit der Grundsteuer, die veränderte KfW-Förderkulisse und nicht zuletzt durch die explodierenden Energie- und Materialkosten mit einer Kostenwelle konfrontiert, die das Ertragspotenzial
beschränkt und die ökonomische Basis schwächen wird.

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